Die Flagge Österreich – Tradition in Rot-Weiß-Rot

  • Lesezeit: 6 Min.
Proportionen der Flagge Österreich3 : 2 (Breite zu Höhe) – empfohlen
Verhältnis der Streifenbreiten1 : 1 : 1 (rot/weiß/rot)
GültigkeitWappengesetz vom 28. März 1984

Die Farben der österreichischen Nationalflagge gehören zu den ältesten Europas. In unserem Beitrag erhältst du alle wichtigen Fakten zum Aussehen der Flagge Österreich, dem Wappen und der Dienstflagge des Bundes. Außerdem unternehmen wir einen Ausflug in die Geschichte und machen euch Österreich ein wenig schmackhaft – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Flagge der Republik Österreich

Nationalflagge Republik Österreich

Das Aussehen der Flagge ist im §3 Wappengesetz der Republik Österreich verankert. Sie besteht aus drei gleich breiten waagerechten Streifen, von denen der mittlere weiß und die beiden außenliegenden Streifen rot sind. Ein vorgeschriebenes Größenverhältnis existiert dafür nicht. Empfohlen wird jedoch ein Verhältnis 3:2 (Breite zu Höhe). Jeder Bürger der Republik Österreich darf die Flagge frei verwenden.

Das Wappen der Republik Österreich

Das österreichische Wappen zeigt einen schwarzen Adler mit goldener Mauerkrone und drei Zinnen. Die Krone symbolisiert die Republik, ihre Bürger und die herrschende Demokratie. In seinen Fängen hält der Adler eine Sichel, das Zeichen des Bauernstandes, und einen Hammer, für den Arbeiterstand. Sie gelten als Weiterentwicklung der heraldischen Darstellung aus dem früheren Kaiserwappen und lösen Kaiserkrone, Schwert/Zepter und Reichsapfel ab.

Bundeswappen Österreich

Die gesprengten Ketten an den Fängen wurden 1945 als Zeichen der Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus eingefügt. Die Brust des Adlers ziert das Bindenschild, ein rotes Schild mit dem silbernen Querbalken. Das Wappen wird immer freischwebend ohne ein Schild verwendet.

Die Dienstflagge des Bundes

Dienstflagge der Republik Österreich

Die offizielle Dienstflagge entspricht der österreichischen Nationalflagge, trägt jedoch zusätzlich das Bundeswappen mit dem Adler. Im Wappengesetz §3 ist für Dienstflaggen ein Verhältnis von 3:2 (Breite zu Länge) fest verankert. Zudem ist das Recht zum Führen der Dienstflagge und des Bundeswappens, gemäß §6 Wappengesetz, festgelegt.

Woher kommen die Farben der Flagge Österreich?

Die Wurzeln der österreichischen Flagge reichen weit zurück. Als Ursprung gilt das Wappen des Babenberger Heinrich II. Jasomirgott. Anlässlich der Erhebung Österreichs zum Herzogtum im Jahr 1156 zeigte es den einköpfigen Adler, der später durch das rot-weiß-rote Bindenschild ersetzt wird. Damit erscheint diese Farbzusammenstellung erstmals in der Heraldik.

Bindenschild Die Legende vom Bindenschild

1191 – Belagerung von Akkon: In den anhaltenden Kämpfen um die Stadt ist der Waffenrock Leopolds V., genannt der Tugendhafte, mit Blut getränkt. Als er seinen breiten Gürtel abnimmt, wird ein weißer Streifen sichtbar. Da sein Banner während der Schlacht verloren ging, soll Kaiser Heinrich VI. ihm (der Legende nach) das Recht erteilt haben, zukünftig Rot-Weiß-Rot in seinem neuen Banner zu tragen.

Die älteste Abbildung des Bindenschildes findet sich auf einem Reitersiegel. Es gehörte Friedrich II., genannt der Streitbare, dem letzten Babenberger.

Im Mittelalter finden sich die rot-weiß-rot gestreiften Fahnen bei verschiedensten Ereignissen: Huldigungen, Begräbnisse, Ehrenpforten, auf Gemälden und Siegeln oder Handschriften. Später treten die Farben jedoch in den Hintergrund und tauchen nur noch auf den Brustschild des Reichsadlers im Stammwappen der Habsburger auf.

Erst im Jahr 1786 führt Kaiser Joseph II. eine Flagge mit drei horizontalen rot-weiß-roten Streifen und einem golden eingefassten Bindenschild als Flagge zur See ein. Lange Zeit besitzt Österreich keine echte Nationalflagge. Bei offiziellen Anlässen greift man auf die kaiserlichen Farben Schwarz-Gelb zurück.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 und der Abdankung des Kaisers besinnt sich die neu gegründete Republik auf die Farben der Babenburger. Das rot-weiß-rot gestreifte Fahnentuch wird zur offiziellen Flagge von Österreich.

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Österreich in Zahlen

Das kleine Binnenland im Herzen Europas umfasst ein Staatsgebiet von insgesamt 83.850 Quadratkilometern. Landschaftlich prägen die Alpen das Gesicht Österreichs, denn rund 60 Prozent der Landesfläche sind gebirgig. Der höchste Berg des Landes, der Großglockner, bietet mit 3798 Metern eine atemberaubende Aussicht auf den Nationalpark Hohe Tauern. Auf seinem Weg von Deutschland bis ins Schwarze Meer schlängelt sich der größte Fluss des Landes, die Donau, durch rund 350 Kilometern reizvolle Flusslandschaft.

Entdeckungen zwischen Rassepferden und Gaumenfreuden

Was macht Österreich aus? Lipizzaner, Mozartkugeln, Neutralität – nach einem Ausspruch des früheren österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel aus dem Jahr 2001 passten die alten Schablonen nicht mehr in dieses Jahrhundert. Doch auch gut 20 Jahre später sind sie nicht verschwunden.

Die Original Salzburger Mozartkugeln

Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, sondern der Salzburger Konditormeister Paul Fürst im Jahr 1890. Zur Pariser Ausstellung 1905 erhielt er für seine kleine Köstlichkeit aus Pistazien-Marzipan, feinem Nougat und dunkler Kuvertüre eine Goldmedaille – viele weitere Auszeichnungen folgten. Noch heute produziert das Familienunternehmen nach überlieferter Rezeptur und traditionellem Herstellungsverfahren und das schon in fünfter Generation. Übrigens dürfen nur die Pralinen aus der Konditorei Fürst den Name Original Salzburger Mozartkugel tragen.

Hohe Schule in Wien

Lipizzaner und die Spanische Hofreitschule Wien verbindet eine lange Tradition. Die weltweit älteste Reitschule und Einzige ihrer Art pflegt seit mehr als 450 Jahren unverändert die klassische Reitkunst in Renaissancetradition – die „Hohe Schule“. Zu Recht trägt „Der schönste Reitsaal der Welt“ den Titel UNESCO Kulturerbe der Menschheit.

Lipizzaner, Spanische Hofreitschule Wien

Der Name der Pferderasse geht auf das Gestüt Lipica (heute Slowenien) zurück. Im Jahr 1580 gegründet, versorgte es den Adel der Habsburgermonarchie mit Paradepferden. Ihre Berühmtheit haben die meist weißen Lipizzaner jedoch nicht zuletzt der angesehenen Spanischen Hofreitschule zu verdanken.

Immerwährende Neutralität

Sie wurde nach Abzug der Besatzungstruppen 1955 zum wichtigsten Element der österreichischen Außenpolitik.

(1) Zum Zwecke der dauernden Behauptung seiner Unabhängigkeit nach außen und zum Zwecke der Unverletzlichkeit seines Gebietes erklärt Österreich aus freien Stücken seine immerwährende Neutralität. Österreich wird diese mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln aufrechterhalten und verteidigen.

(2) Österreich wird zur Sicherung dieser Zwecke in aller Zukunft keinen militärischen Bündnissen beitreten und die Errichtung militärischer Stützpunkte fremder Staaten auf seinem Gebiete nicht zulassen.

Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 über die Neutralität Österreichs

Auch nach dem Beitritt in die EU bewahrte sich Österreich einen Großteil seiner Neutralität und ist kein Mitglied eines Militärbündnisses. Das Land baute jedoch seine Beziehungen zur NATO aus und beteiligt sich beispielsweise seit 1995 an der Partnerschaft für den Frieden.

Zum Gedenken an das historische Datum der Gesetzgebung wurde der 26. Oktober zum Nationalfeiertag Österreichs ernannt.

Entdeckst du die Flagge in Österreich?

Stubaital, österreichische Flagge am Felsen

Österreich geizt nicht mit seinen Reizen. Traditionsreiche Städte voller Kultur und historischer Gebäude locken jedes Jahr zahlreiche Touristen an. Dazu zählen beispielsweise die UNESCO Weltkulturerbestätten Schloss und Gärten Schönbrunn in der Hauptstadt Wien oder der historische Stadtkern Salzburgs. Doch auch für Naturliebhaber und Bergfreunde ist das Land ein echtes Highlight. Die Alpen laden zu Wintersport, Wandertouren oder einfach nur zur Entspannung ein.

am Stephansdom Wien

Lerne Städte auf eine ganz außergewöhnliche Art kennen – mit Jane’s Walk. Auch Wien ist Teil dieser weltweiten Aktion, probiere es doch mal aus. Entdecke das Wien der Einheimischen ganz einfach zu Fuß!

Neugierig geworden? Dann planst du vielleicht deinen nächsten Urlaubstrip in dieses schöne und traditionsreiche Land. Entdecke auf deiner Tour die Flagge der Republik Österreich und schick uns dein „Beweisfoto“. Wir sind gespannt und wünschen dir viel Spaß!

Noch mehr geballte Infos zum Thema Fahnen & Flaggen findest du in unserem Flaggenlexikon.


Quellen:

Österreichische Flaggen in der Monarchie

Wie entstand die Flagge Österreichs?

Flaggenordnung

Symbole der Republik

Geschichte der Original Salzburger Mozartkugel

Weltkulturerbe Österreich

Wolfgang Schüssel

Österreich und die NATO

Über Maike
Durch ihre langjährige Erfahrung als Gruppenleiterin im Bereich Grafik kennt Maike sich bestens mit den Themen Datenprüfung, Druckdaten, Vektor- und Bildbearbeitung aus. Mittlerweile bloggt sie mit großer Leidenschaft und textet außerdem für unseren Onlineshop Vispronet®.
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