Ein Logo gestalten – einfache Grundlagen

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Luca hat in seiner Kindheit schon gern Eis gegessen. Nicht nur Schoko und Vanille, er mochte die exotischen Sorten. Sein langjähriger Traum ist da nahe liegend . Er will ein Eiscafe eröffnen und die verschiedensten Sorten anbieten. Der Raum ist gemietet und die Tische und Stühle sind bestellt. Jetzt fehlt ihm noch etwas: sein eigenes Logo.
Er nimmt sich Stift und Blatt zur Hand, um los zu gestalten. Da kommen aber schon die ersten Fragen. Wie soll man ein gutes Logo gestalten? Was muss es alles können? Gibt es technische Ansprüche an ein Logo? Puh! Doch schwerer als gedacht.

Was ist ein Logo überhaupt?

Fangen wir ganz von vorne an. Ein Logo ist ein grafisches Zeichen, mit dem sich eine Firma selbst darstellt. Es repräsentiert ein Unternehmen nach außen. Das Logo ist das Gesicht einer Marke, es ist meist das Erste was Kunden von einem Unternehmen sehen – lustig, edel oder doch energiegeladen? Das Image einer Firma soll durch das Logo vertreten werden und gleichzeitig auch die Zielgruppe ansprechen.

Aus dem griechischen Wort lógos leitet sich das Wort Logo ab. Es bedeutet hier soviel wie „Wort“.
Zurückzuführen ist es auf den Schriftsatz, in dem es neben den Lettern für die einzelnen Buchstaben auch die sogenannten „Logotypen“ gab. Diese waren häufige Kombinationen, wie zum Beispiel sch oder tz.
Die Kurzform „Logo“ entwickelte sich zur heutigen Bedeutung.

Der Stil des Logos wird durch die Logoart, die Farben und Formen geprägt. Je nach Unternehmen ist der Grund des Designs anders. Bekannte und etablierte Unternehmen möchten sich gern von ihren Mitbewerbern abgrenzen. Bei neuen Unternehmen liegt die Priorität auf der Vorstellung ihres Geschäftes.

Luca startet neu durch. Also sollen potentielle Kunden durch sein Logo erkennen, dass er Eis verkauft. Das Motiv ist also nahe liegend und sollte nicht zu abstrakt werden.

So unterschiedlich die Unternehmen sind, so vielfältig sind auch die Logos. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Logoarten.

Logotypen & wo du sie findest

Emblem
Der Firmenname steht in einem Siegel oder Wappen. Starbucks nutzt ein Emblem.

Buchstabenmarke
Diese Logos eignen sich für Unternehmen mit langen Firmennamen.
Die „National Aeronautics Space Administration“ hat eine Buchstabenmarke mit den Initialen NASA.

Abstraktes Logo
Sie funktionieren gut, wenn man sich nicht auf ein Produkt spezialisieren möchte.
Nike nutzt bekanntlich den Haken und stellt Schuhe und Mode für verschiedene Anlässe her.

Bildmarke und Wortmarke
Bildmarken sind ein Symbol ohne Text, wie zum Beispiel der Twitter-Vogel. Es ist ein prägnantes Symbol, was direkt erkannt wird. Dafür muss man aber auch echt die Werbetrommel rühren. Das selbe gilt für Wortmarken, wie Coca-Cola.

Wort-Bild-Marke
Diese entstehen durch die Kombination der Bild- und der Wortmarke. Hier arbeiten Text und Bild zusammen und sind dadurch einprägsamer.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Marke adidas.

Logoarten mit Beispiel
Logoarten mit Beispiel

Luca entscheidet sich für eine Wort-Bild-Marke. Sein Eiskaffee ist noch nicht bekannt und viel Geld für eine große Werbekampagne hat er auch nicht.
Sein Blatt vor ihm auf dem Tisch ist aber immer noch leer. Er fängt an zu kritzeln. Worauf muss er achten beim Logo gestalten?

Ein guter Tipp – Gestaltungsregeln

Verständlich und zeitlos
Das Logo soll entweder den Namen oder die Tätigkeit unterstreichen und abbilden. Es muss zeitlos sein und nicht nach dem neusten Trend gestaltet werden. Ein Logo darf ein modernes Erscheinungsbild haben. Man sollte aber immer im Hinterkopf haben: So schnell wie die Trends kommen und gehen, kann das Logo schnell wieder out sein.

Unverwechselbar
Bei der Gestaltung ist es wichtig, dass das Logo nicht von anderen Assoziationen besetzt ist. Das ist für die eigene Identität wichtig. Auch rechtliche Probleme könnten entstehen, wenn das Logo zu sehr einem anderen ähnelt. So ist es logisch, dass ein angebissener Apfel schnell mit der Firma Apple assoziiert wird.

Einprägsam
Ein gutes Logo hat nur die nötigsten Details und ist nicht zu komplex. Je einfacher, desto leichter ist es sich zu merken. Ist es jedoch zu einfach, wird der Betrachter es gleich wieder vergessen. Kleinere Spielereien sind also erlaubt, aber übertreibe es nicht.

Schwarz/Weiß Logo "Eistronaut"

Reproduzierbar
Ein Logo kann kunterbunt sein. Es muss aber auch in Schwarz-Weiß funktionieren, für einfarbige Drucks oder Stempel. In kleinerer Form, zum Beispiel auf Kugelschreibern, sollte es noch erkennbar sein.

Dein Logo mit dem richtigen Programm gestalten

Luca hat sich für eine seiner Skizzen entschieden. Nun muss er sie digitalisieren. Er braucht dafür ein passendes Programm.
Es ist wichtig eine Vektorgrafik-Software zu nutzen. Gestalte dein Logo am besten als Vektorgrafik und nicht als Pixelbild. Dadurch ist es frei skalierbar und verpixelt nicht.

Warte, was heißt Vektorgrafik und Pixelbild? Was ist da der Unterschied? Wenn du das genauer wissen willst, schau doch einfach hier vorbei: Was ist der Unterschied zwischen Vektorgrafik und Pixelbild?

Ein vektorbasiertes Grafikprogramm kann sich unterschiedlich auf den Geldbeutel auswirken. Es gibt gebührenpflichtige und kostenlose Programme, die man nutzen kann. Passende Programme findest du im oben verlinkten Blogbeitrag zum Thema Vektorgrafik und Pixelbild.

Luca designt sein Logo in einem passenden Programm. Jetzt überlegt er sich welche Farben er benutzen möchte.

Nicht den roten Faden verlieren – Farben im Logo

Farben haben ganz verschiedene Wirkungen auf den Betrachter. Die musst du bei der Auswahl berücksichtigen, damit du die gewünschten Werte vermittelst.

Grün
Grün erinnert an Natur. Es kann frisch aber auch giftig wirken. In den USA steht diese Farbe außerdem für Reichtum und Finanzen, da bekanntermaßen der Dollar eine grüne Farbe hat.

Rot
Rot steht für Leidenschaft und wirkt laut. Es ist also nichts für klassische oder entspannende Marken. Diese Farbe vermittelt Kraft und Leidenschaft, aber auch Warnung.

Orange
Möchte man jedoch eine energiegeladene Farbe nutzen, wie das Rot, für den ist Orange eine Option. Es wirkt etwas gedämpfter und nicht so schreiend. Außerdem wird es seltener verwendet als ein Rot und sticht dadurch mehr heraus.

Gelb
Offenheit und Freundlichkeit stehen für Gelb. Es kann giftig wirken, genau wie das Grün. Durch die Assoziation mit der Sonne gehört Gelb zu den warmen Farben. Es wird als jugendlich und weniger luxuriös wahrgenommen.

Blau
Im Gegensatz zu den warmen Farben wirkt Blau kühl. Es steht aber auch für Vertrauenswürdigkeit. Anders als Orange wird es sehr oft benutzt.

Violett
Vor allem bei Frauen beliebt steht Violett, geschichtlich bedingt, für Luxus und ist eine adelige Farbe.
Sie kann aber auch für kreative Unternehmen verwendet werden.

Farbiges Logo "Eistronaut"

Luca probiert verschiedene Farben und Farbtöne aus.
Die Waffel ist natürlich Braun – knusprig und frisch gebacken. Passend dazu ist ein Blau.
Eis kühlt die heißen Sommertage etwas herunter.
Auch der Name seines Ladens „Eistronaut“ verweist
auf den Himmel. Ihn und das Universum verbinden
die Menschen natürlich mit der Farbe Blau.

Luca hat sich für eine serifenlose Schrift entschieden, die wirkt modern. Jetzt fragst du dich vielleicht, was dass bedeutet. Auch die Typografie gehört zu einem guten Logo dazu.

Typografie in der Logogestaltung

Typografie setzt sich aus den 2 Worten  týpos (Schlag, Abdruck,) und von graphein (Schreiben) zusammen. beide stammen aus dem Griechischen.

Unterschiedliche Schriften beeinflussen die Bedeutung von Wörtern und Inhalten. So kann der Betrachter von der gewählten Schriftart manipuliert werden.

Die Wirkung verschiedener Schriften
Die Wirkung verschiedener Schriften

Serifenlose Schriften wirken modern, ruhig und zeitlos. Sie eignen sich für neue und innovative Branchen. Im Gegensatz stehen Serifenschriften. Diese wirken traditionell und komfortabel. Sie werden oft von Anwälten und in der Modeindustrie genutzt, um Tradition und Professionalität auszudrücken. Script Fonts (Schreibschriften) wirken kreativer und verspielt. Luxuriöse Unternehmen oder kreative Bastelshops – die Anwendungsbereiche sind vielfältig.

Eine gute Schriftmischung kann dir helfen ein interessantes Logo zu erstellen. Hier hast du ein paar Tipps, um bei der Schriftmischung keine Fehler zu machen:

Bleib in der Schriftfamilie
Nutze die verschiedenen Schriftschnitte, wie Regular, Medium und Bold. Das ist der sicherste Weg, da man alle Schnitte ohne bedenken mischen kann. Pass aber auf, dass sich die Schnitte nicht zu sehr ähneln, dann kommt der Kontrast nicht zur Geltung.

Achte auf Unterschiede
Nicht nur der Kontrast muss sichtbar sein. Auch die Stilrichtung darf sich stark unterscheiden. Serifenlose Schriften harmonieren oft gut mit Handschriften. Schriften der selben Stilrichtung zu mischen solltest du aber unterlassen.

Ähnliche Strukturen
Der Kontrast soll stark sein. Achte aber darauf, dass die Schriften ähnliche Strukturen aufweisen. Wenn du dir die Schriften ansiehst, ist es gut, wenn du sie mit den gleichen Adjektiven beschreiben kannst. Schriften haben verschiedene Wirkungen. Sie können zum Beispiel ruhig oder laut wirken. Auch die Strichstärken können sich ähneln.

Gute und schlechte Schriftmischung
Gute und schlechte Schriftmischung

Das responsive Logo – mit zukunftsorientiertem Standard gestalten

Neben sehr minimalistisch gestalteten Logos existieren auch detaillierte Designs. Durch die zunehmende Nutzung von Smartphones wird die Werbefläche jedoch immer kleiner, im Gegensatz zu Plakaten oder Monitoren. Das sehr detailreiche Logo von Disney oder Coca Cola ist auf einem kleinen Bildschirm kaum zu erkennen.
Es ist also notwendig sein Logo dem genutzten Medium anzupassen. Man nennt das „responsives Logo“.

Nichtresponsives Logo

Responsives Design beschreibt eigentlich, wie sich eine Website an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpasst. Die Website wird sowohl an einen Bildschirm im Querformat, als auch an ein Handy im Hochformat optisch angepasst.

Ein responsives Logo verändert sich in Größe und Komplexität. Man lässt zum Beispiel Schriftzüge weg oder vereinfacht Details, je kleiner das Logo wird. Trotz allem müssen alle wichtigen Erkennungsmerkmale erhalten bleiben. Je kleiner das Logo ist, umso weniger Informationen passen hinein. Dann musst du dich wirklich auf das Wesentliche beschränken.

Responsives Logo

Endlich – Luca hat sein Logo und die verschiedenen Varianten fertig. Das hat länger gedauert als gedacht. Aber mit den richtigen Tipps zur Logogestaltung, kann man ein schönes Logo zaubern.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem Projekt „Logo gestalten“. In unserem Shop findest du viele Produkte, die dein Logo bestens in Szene setzen. Viel Spaß beim stöbern!

Über Aline
Aline erlernt den Beruf der Mediengestalterin für Digital und Print. Ihre große Leidenschaft ist Volleyball. Sie ist ein kreativer Kopf, zeichnet und gestaltet gern.
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