RGB & CMYK – den Unterschied mit einfachen Beispielen erklärt

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Schnell noch dein Lieblingsprodukt gestalten und dann über den Satz stolpern? Bitte legen Sie Ihre fertigen Druckdaten im CMYK an! Du hast null Ahnung, was das ist? Kein Problem, nach diesem Blog-Beitrag bist du ganz sicher schlauer, denn wir erklären dir die wesentlichen Fakten zu den Begriffen CMYK und RGB und warum du deine Daten von RGB in CMYK umwandeln solltest.

Was ist CMYK?

Das CMYK-Farbmodell ist ein subtraktives Farbsystem und beruht auf 4 Grundfarben:

Cyan ein leuchtendes TürkisC
Magenta ein strahlendes PinkM
Yellow ein sauberes GelbY
Black ein tiefes SchwarzB

Warum heißt es CMYK und nicht CMYB?

Der Buchstabe K steht für key oder key plate, einem Begriff aus dem Offsetdruck. Dort fungiert diese key plate (schwarze Druckplatte) als Grundlage für die Ausrichtung aller anderen Druckfarben.

Was ist ein subtraktives Farbsystem?

Bei einer subtraktiven Farbmischung werden die Lichtbestandteile subtrahiert, also abgezogen. Also einfach gesagt, je mehr Farbe du aufbringst, umso dunkler erscheint die entsprechende Fläche, denn sie reflektiert immer weniger Licht. Bereiche ohne Farbe erscheinen dagegen in Weiß, da sie das auftreffende Licht komplett reflektieren.

Subtraktive Farbmischung

Dabei fungieren die drei Farben Cyan, Magenta und Yellow als Primärfarben. Wenn sich zwei dieser Farben treffen, entsteht je eine Sekundärfarbe.

Cyan + Magenta = Blau
Cyan + Yellow = Grün
Magenta + Yellow = Rot

Schließlich ergibt die Mischung aller drei Farben die sogenannte Tertiärfarbe, das Schwarz.

Cyan + Magenta + Yellow = Schwarz

Mischen wir nun verschiedene Anteile der 3 Primärfarben, erhalten wir also eine Vielzahl unterschiedlichster Farbabstufungen. Die einzelnen Bestandteile dieser Farb-Mischung werden dabei in Prozenten von 0 bis 100 angegeben.

Beispiel:
Rot: 10 % Cyan, 100 % Magenta, 100 % Yellow, 0 % Black
oder einfach in der Kurzform: 10/100/100/0

Wie funktioniert CMYK in der Praxis?

CMYK Druckfarbe

Moderne Druckmaschinen verwenden, genau wie kleine Bürodrucker, Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK) für den Vierfarbdruck auf verschiedensten Materialien. Denn der Druck nach Euroskala, ein Begriff der ebenfalls aus dem Offsetdruck stammt, ist eines der am weitesten verbreiteten Verfahren in der Druckindustrie, natürlich auch in der Online-Druckerei Vispronet®.

Druckdatei mit und ohne Black

Nun haben wir im letzten Kapitel gelernt, dass wir durch Mischen von Cyan, Magenta und Yellow die Farbe Schwarz erhalten. Allerdings hätten wir wohl nicht allzu viel Freude an unseren gedruckten Bildern, denn dieses Mischschwarz ist eine ziemlich schmutzige Farbe. Das gedruckte Motiv wirkt dadurch sehr matt und wenig ansehnlich.

Deshalb unterstützen wir den Kontrast des Druckes durch die zusätzliche Farbe Black. Sie lässt das Bild erst brillant und kontrastreich erscheinen.

Aus den Farben Cyan, Magenta, Yellow und Black, die auch als Körperfarben bezeichnet werden, lassen sich theoretisch 4 Milliarden verschiedene Farben mischen. In der Realität sind es jedoch sehr viel weniger. Die Umsetzbarkeit ist dabei stark vom jeweiligen Bedruckstoff abhängig.

Alle druckbaren Farbkombinationen ergeben schließlich den Farbraum. Mehr dazu erfährst Du in unseren Beitrag zum Thema Colormanagement.

Anwendungsgebiete: Drucktechnik, Malerei

Was ist RGB?

Im Gegensatz zum CMYK ist RGB ein additives Farbsystem und beruht auf nur drei Grundfarben:

Rot ein kräftiges Rot R
Grün ein leuchtendes Grün G
Blau ein royales Blau B

Was ist ein additives Farbsystem?

Anders als bei der subtraktiven Farbmischung werden bei der additiven Farbmischung die Bestandteile des Lichtes miteinander addiert. Einfach ausgedrückt, je mehr Licht auftrifft, desto heller erscheint die Farbe. In Bereichen ohne Licht finden wir dementsprechend die Farbe Schwarz.

Additive Farbmischung

Mischen wir die Primärfarben einzeln, entstehen auch hier Sekundärfarben:

Rot + Grün = Gelb
Grün + Blau = Cyan
Blau + Rot = Magenta

Als Mischung aller drei Primärfarben erhalten wir in der additiven Farbmischung die Tertiärfarbe Weiß.

Bei RGB-Farben, die auch Lichtfarben genannt werden, gibt man die einzelnen Farbanteile in 256 möglichen Stufen von 0 bis 255 an.

Beispiel:
Lila: RGB (185,54,191)

Wo werden RGB Farben in der Praxis eingesetzt?

Die RGB-Farben treffen wir bei den sogenannten „Selbstleuchtern“ an. Also Geräten, die durch Lichtquellen Farben erzeugen. Dazu gehören beispielsweise Monitore oder Fernseher. Bildaufnahmegeräte wie Scanner oder Digitalkameras sind ebenfalls nur in der Lage die 3 Primärfarben Rot, Grün und Blau zu erfassen und sind deshalb genauso auf das RGB-System beschränkt.

Dein Scanner kann auch CMYK? Ausgewählte Scanner arbeiten mittlerweile mit internen Algorithmen, die die Umwandlung von RGB in CMYK für den Nutzer übernehmen. Auch die Hersteller moderner Digital-Druckmaschinen haben sich zu diesem Thema Gedanken gemacht und verarbeiten teilweise RGB-Daten. Die Ergebnisse dabei sind mal mehr und mal weniger zufriedenstellend. Wir empfehlen dir deshalb, den Prozess zusätzlich zu überwachen.

Prinzipiell gilt: RGB-Farben sind NICHT druckbar!
Vor dem Produktionsprozess muss in jedem Fall die Umwandlung von RGB in CMYK Farben erfolgen!

Durch das Mischen der drei RGB-Farben lassen sich 16,8 Millionen Farben erzeugen, aber auch hier ist das nur Theorie. Selbst die besten Monitore sind nur in der Lage einen Bruchteil der Realität wiederzugeben. Dennoch umfasst der RGB-Farbraum ein weitaus größeres Farbspektrum als der CMYK-Farbraum.

Anwendungsgebiete: TV-Empfänger, Computer-Monitor, Smartphone, Scanner, Digitalkamera

Wie sehen wir RGB und CMYK?

Zusammengefasst: Ohne Licht geht bei beiden Farbmodellen gar nichts. Nicht umsonst heißt es: Nachts sind alle Katzen grau. Denn eine Farbwahrnehmung entsteht lediglich, wenn Licht an Oberflächen absorbiert oder reflektiert wird. Und schließlich ist da noch der Faktor Mensch, der Sinneseindrücke oft sehr unterschiedlich empfindet. Dabei spielen viele Punkte eine Rolle, beispielsweise Alter, Geschlecht, Gesundheit oder auch das Training im Beurteilen von Farben.

Wandle dein RGB Bild vor dem Druckprozess in CMYK um

Für das Erstellen deiner Druckdaten lohnt es sich also, bereits im frühen Stadium auf den richtigen Farbmodus zu achten. Auf diese Weise vermeidest du herbe Enttäuschungen am Ende deiner kreativen Phase. Nicht jede RGB-Farbe lässt sich ohne Verlust in CMYK umwandeln, denn wie du bereits erfahren hast, ist der darstellbare Farbraum erheblich kleiner. Farbverluste spiegeln sich vor allem in sehr strahlenden Farben wider. In unserem Beispiel betrifft es am stärksten die Flügel des Schmetterlings, doch auch das grüne Blatt im Hintergrund erscheint erheblich blasser.

Die Einstellungen für die Umwandlung von RGB in CMYK findest du in den verschiedenen Grafikprogrammen in diesen Menüs:

Corel Draw: Extras Farbverwaltung Primärer Farbmodus
Adobe Illustrator: Datei Dokumentfarbmodus
Adobe Photoshop: Bild Modus

Wichtiger Tipp:
Wandelst du ein Bild von einem Farbsystem in ein anderes um, also beispielsweise von RGB in CMYK, spielen Farbprofile eine wichtige Rolle. Lösche niemals das Farbprofil an deiner Datei, denn es enthält wichtige Infos zur Farbigkeit deines Bildes.

Ein Farbprofil ist quasi die Währung deines Fotos. Verlierst du sie, ist der Wert nicht mehr erkennbar, genau wie bei einer Geldwährung. Entfernst du die Einheit Euro, Dollar oder Yen hinter dem Betrag, ist der Wert des Geldes nicht mehr einschätzbar. Also lieber ein schlechtes Farbprofil, als gar keins.

Wir empfehlen Dir für deine Bilder das Profil ISO Coated V2, aber natürlich verarbeiten wir auch gern dein eigenes Farbprofil in unserer Druckerei.

Monitor Beispiel RGB

Im Programm Adobe Photoshop weist du ein Farbprofil über diese Menüs zu:

  • Bearbeiten Profil zuweisen…
  • Bearbeiten In Profil umwandeln…

Grundlage für farbsicheres Arbeiten ist jedoch ein kalibrierter und farbtreuer Monitor. Zur weiteren Kontrolle bietet sich ebenfalls ein Proof oder Probedruck an, dann wird dein nächstes Druckprojekt sicher ein voller Erfolg.

Nun haben wir dir CMYK & RGB mit einfachen Beispielen erklärt. Wie gefällt dir der Beitrag? Sind noch Fragen offen oder hast du Anmerkungen zu diesem Thema? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.


Quellen:

Kompendium der Mediengestaltung, Teil 2: Medientechnik, 6. Auflage, Springer Vieweg, Springer-Verlag 2014

Cleverprinting

Über Maike
Durch ihre langjährige Erfahrung als Gruppenleiterin im Bereich Grafik kennt Maike sich bestens mit den Themen Datenprüfung, Druckdaten, Vektor- und Bildbearbeitung aus. Mittlerweile bloggt sie mit großer Leidenschaft und textet außerdem für unseren Onlineshop Vispronet®.
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